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Darum schickt Instagram Snapchat auf die Bretter

Die beiden Social Media Giganten Snapchat und Instagram teilen dieselbe Leidenschaft – Bilder. Trotzdem bewegt sich einer der beiden in Richtung Zenit und der andere schlägt einen Sargnagel nach dem anderen ein.

In den nächsten Zeilen erkläre ich dir, wieso der kleine Geist sich schon bald verabschieden wird und weshalb Instagram neue Sphären erreichen wird.

Der Aufstieg von Snapchat

Als Robert Murphy und Evan Spiegel Snapchat im Jahr 2011 gründeten, dachte wohl kaum jemand, dass der Instant-Messaging-Dienst so hohe Wellen schlagen würde. Zu Beginn als Sexting-Dienst für Jugendliche abgestempelt, mauserte sich der kleine gelbe Geist zum weltweiten Phänomen. Der Rest ist Tech-Geschichte, welche anfangs 2017 im Börsengang von Snapchat gipfelte.

Ich kann mich gut an meine ersten Gehversuche auf Snapchat erinnern. Als ich das User Interface zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich nicht, ob mich das nun beeindrucken oder eher ankotzen soll. Gefühlte hundert Mal bin ich beim Swipen am falschen Ort gelandet, kam danach durch gewagte Finger-Akrobatik zurück auf den Startbildschirm und konnte wieder von vorne beginnen. Doch meine Startschwierigkeiten sollten den Aufstieg der App nicht widerspiegeln.

Die App wurde vor allem in Nordamerika zum Hit. Jeder Star, Brand und Influencer war drauf und dran, wahre Content-Fluten über ihre Snapchat-Community zu entleeren. Doch nach kurzer Zeit kam bereits der Umschwung – Instagram Stories.

Was zum Teufel sind Instagram-Stories?

Ich weiss, was du jetzt denken wirst, aber ich muss es trotzdem loswerden. Das Tech-Cluster ist ein grausames Pflaster und wenn du ein tolles Produkt hast, solltest du es sehr gut schützen oder darauf gefasst sein, dass es kopiert wird.

Genau das hat Facebook mit Snapchat nämlich gemacht und damit den ersten Sargnagel eingeschlagen. Ich weiss, niemand mag Copy-Cats, aber manchmal ist es besser gut zu kopieren, als etwas schlecht selber zu machen.

Mark Zuckerberg und sein Team haben mit der Entscheidung, Stories auf Instagram zu bringen, die Weichen auf Erfolg gestellt. Zuerst wurde der Move von der Branche und vielen Usern noch als dumme Kopie von Snapchat abgestempelt, doch am Ende haben alle einen wichtigen Faktor vernachlässigt: Usability.

Ich kann deine Gedanken nicht lesen, aber Instagram-Stories haben sich für mich sofort super angefühlt. Die Mechanik in der App selbst war sofort klar und machte Sinn. Nun hat man vergängliche und dauerhafte Aufnahmen in einer App und man muss nicht mehr zwischen den Plattformen hin und her wechseln.

1 Milliarde gegen 188 Millionen

ACHTUNG: In den nächsten Zeilen gibts viel Zahlen-Gequatsche. Sorry for that, aber manchmal sind Hard-Facts das einzig Wahre.

Während Instagram vor wenigen Monaten die magische Grenze von einer Milliarde aktiver User pro Monat geknackt hat, verliert Snapchat erstmals User und bewegt sich bei aktuell 188 Millionen Daily Active User (täglich aktive User). Snapchat hütet sich auch im aktuellen Report für die Investoren, wirklich auf die monatlichen Zahlen einzugehen.

Diese Strategie zeigt auf, dass man bei Snapchat versuchen möchte, die Anleger zu beruhigen. Fakt ist: Wenn eine Social-Media-Plattform im Alter von Snapchat beginnt User zu verlieren, ist das alles andere als beruhigend.

Dass die Burn-Rate bei Silicon-Valley-Unicorns meistens hoch ist, sollte keinen Anleger überraschen. Aber dass Snapchat seine User nicht richtig monetarisieren kann, sollte ein Grund zur Sorge sein. Während Facebook im Q2 2018 pro User fast 9USD rausholt, setzt Snapchat knapp 1.5USD um, was gelinde gesagt eine Katastrophe für das Unternehmen von Evan Spiegel ist.

Was bringt die Zukunft?

Wenn jemand denkt, dass wir den Zenit von Social Media bereits erreicht hätten, täuscht er sich gewaltig. Instagram wird in den kommenden Jahren zum zentralen Ort für eCommerce, Travel und vieles mehr.

Wer künftig eine Reise an eine Traumdestination buchen will, sucht sich via Hashtags eine coole Location und kann direkt in der App die Reise buchen. Wer ein Model mit tollen Accessoires und Kleidern sieht, bestellt mit einem simplen Klick auf das Wunschobjekt via Instagram.

Meine Einschätzung: Instagram wird grösser als Facebook

Gleichzeitig wird sich Snapchat warm anziehen müssen. Evan Spiegel muss dringend einen Weg finden, die User wieder für seine Plattform zu begeistern. Er muss es schaffen, dem User wieder einen Grund zu geben, wieso er seine App nutzen soll.

Seine einzige Möglichkeit liegt darin, dass Instagram einen massiven Fehler begeht und User sich wieder umorientieren. Anders wird es kaum reichen, das Ruder rumzureissen. Solange Snapchat nämlich mit Instagram verglichen wird, kann Spiegel nicht gewinnen.

Meine Meinung: Tut mir leid, kleiner Geist. Es hat sich ausgespukt.

Take-Away-Notes

  • Usability is key. Die Funktionalität hat Snapchat zum Stolpern gebracht.
  • Copy-Cat: Manchmal ist es besser, gut zu kopieren, als schlecht selbst zu machen.
  • Snapchat muss die Monetarisierung in den Griff kriegen.