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Pavel Durov vs. Mark Zuckerberg – Die Generation Social Media

Irgendwo kommt mir die Geschichte von Pavel Durov aus Russland bekannt vor. Lass mich mal überlegen. Ach ja, stimmt – Mark Zuckerberg. Die beiden Genies sind gleich alt, haben beide ein Social Network gegründet und eine Menge grosser Leute wütend gemacht und doch sind es zwei komplett unterschiedliche Geschichten.

Die Geschichte von Mark Zuckerberg aus New York muss ich dir wohl kaum nochmals erzählen – ansonsten schlage ich dir den Film «The Social Network» vor. Der ist echt gut. Jetzt gerade ist die Möglichkeit ziemlich gross, dass du diesen Artikel auf seinem selbstentwickelten Social Media Netzwerk entdeckt hast und ihn gerade als Instant Article liest. Facebook wurde von Mark 2004 gegründet und wird seither von ihm aufgebaut. Seine Geschichte kennt nur Superlativen und doch hatte er Rückschläge und trampelte auf den Füssen von einigen mächtigen Menschen herum. Und hier kommt Pavel Durov ins Spiel.

Im Vergleich zu Mark scheint Pavel kein Freund von Zurückhaltung zu sein. Seinen steilen Aufstieg beginnt er mit der Gründung seines eigenen Social Networks VKontakte (heute VK) 2006. Heute ist es das grösste europäische Netzwerk mit mehr als 350 Millionen User. Immer wieder macht der junge Wilde mit Eskapaden auf sich aufmerksam. Beispielsweise faltet er eines schönen Tages 5000-Rubel-Scheine (ca. 125€) zu Papierfliegern und erlaubt sich mit seinen Arbeitskollegen einen Spass und schiesst sie aus dem Fenster. Und im gleichen Atemzug mit einer solchen Anbahnung von Grössenwahn spendet er eine Million Dollar an Wikipedia. Man möchte ihn schon fast als das Enfant-terrible der Weltverbesserer sehen.

Pavel Durov – «Ein legaler Bürger der Welt»

Seine extrovertierte Art und die westliche Weltanschauung beissen sich jedoch stark mit dem Weltbild, welches Russland und dessen Regierung vermitteln will. Es folgen rechtliche Auseinandersetzungen mit dem Staat. Sogar Vladimir Putin schaltet sich ein. Es geht vor allem um das Thema Zensur auf seinem Sozialen Netzwerk. Doch zu diesem Zeitpunkt hat sich der Superstar unter den Tech-Nerds Russlands bereits einem neuen Projekt gewidmet: Telegram.

Mit seinem neuen verschlüsselten Messenger sagt er Zuckerbergs WhatsApp den Kampf an und seit dem Start 2013 nutzen bereits mehr als 100 Millionen User monatlich seine App. Wieso er unbedingt einen weiteren Messenger-Dienst auf den Markt bringen wollte? Er hasst die anderen Apps schlicht und eifach. «WhatsApp ist am beschissensten!» Lässt sich Durov zitieren. Seine App – wie könnte es anders sein – gerät jedoch auch aufgrund ihrer Verschlüsselung unter Beschuss. Mitglieder von Terrorzellen – auch des IS – sollen seinen Dienst nutzen um Nachrichten untereinander auszutauschen.

Bisher lassen ihn diese Anschuldigungen kalt und der nun im Exil lebende Russe will auch in Zukunft von sich hören machen. Er hat ein Manifest veröffentlicht, welches aufzeigt, wie es Russland im 21. Jahrhundert wieder zur Supermacht bringen kann.

Ob sich die beiden IT-MegaCracks unseres Jahrhunderts jemals auf ein gemeinsames Projekt einlassen, ist doch eher fraglich. Ich bin gespannt, wer von ihnen den nächsten grossen Clou landet.