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Keine Panik! Social Media wird uns nicht ruinieren

«Immer diese Jugendlichen mit ihren Telefonen. Das wird ja immer schlimmer», höre ich eine ältere Frau neben mir in der Strassenbahn meckern. Ein kurzer Blick genügt: Da sind eigentlich fast alle Blicke auf das Smartphone gerichtet. Es wird getippt, gechattet, telefoniert, gestreamt, gesnappt und gepostet. Ist Social Media etwa das Ende der sozialen Kommunikation zwischen uns Menschen? Bullshit. Das ist Evolution par excellence, meine Freunde.

Die steigende Digitalisierung und die globale Vernetzung schreitet voran und damit auch die Nutzung der Smartphones, Tablets und Konsorte. Alleine für das Jahr 2016 wird, laut Prognose, die Marke von zwei Milliarden weltweiten Smartphone-Nutzern geknackt. Wenn wir ehrlich sind, ist ein Alltag ohne kluges Telefon für die meisten Menschen nur schwer vorstellbar – für einige wäre es sogar finanziell schädlich kein Smartphone dabei zu haben.

Smartphone Nutzer

Smartphone-Nutzer weltweit – Statista.de

Ihr wart früher kein Dreck besser, liebe alte Generation.

Jetzt hattest du schon Angst, dass das jetzt ein richtig trockener wissenschaftlicher Post mit vielen Statistiken und Zitaten wird, stimmts? Keine Panik. Genau so, wie uns Social Media nicht versauen wird, werde ich nicht auf einmal politisch korrekte und wissenschaftliche Texte verfassen. Trotzdem will ich ja nicht nur unterhalten, sondern auch ein wenig bescheidenes Wissen vermitteln.

Wie komme ich auf also auf die Behauptung, dass uns Social Media nicht ruinieren wird und wir damit auch in Zukunft klar kommen?

Die Art und Weise wie sich aktuell Medienportale, Wissenschaftler und Fernsehsendungen über die Nutzung von Smartphones in der Jugend auslassen, ist schlichtweg lachhaft. Da wird von fehlender Interaktion, Verlust von Menschlichkeit und noch mehr gepredigt. Was die Gesellschaft nicht bemerkt: Wir machen diesen Schritt immer und immer wieder. Lass mich dir das aufgrund der näheren Menschheitsgeschichte aufzeigen.

Als zum Beginn des 20. Jahrhunderts das Radio kommerziell aufkam, wurde es von vielen Menschen als überflüssig abgetan und schon totgesagt bevor es überhaupt startete. Das passierte übrigens auch Ken Olson, der 1977 aus voller Überzeugung sagte: «Es gibt keinen Grund, wieso jemand einen Computer zu Hause haben will.» Die Geschichte hat uns eines Besseren belehrt. Dann kam die grosse Fernseh-Revolution und die Menschen waren sich sicher, dass die bösen Flimmer-Boxen unsere soziale Interaktion zerstören werden.

Fakt ist: Die Entwicklung und die digitale Revolution mindern unseren sozialen Interaktionen nicht. Sie verschieben die Plattformen auf denen sie stattfinden. Anstelle das man mit seinen Freunden ein Brettspiel hervorholt, trifft man sich online und zockt über tausende Kilometer Entfernung zusammen ein wenig Fussball. Obwohl man am Stammtisch sitzen könnte und mit seinen Kollegen diskutieren könnte, postet man jetzt direkt unter die Beiträge von Medienhäuser auf Facebook und diskutiert mit Autoren und Experten live mit. Der schüchterne Typ, der sich früher nie getraut hätte in einer Bar eine Frau anzusprechen und trifft mithilfe von Tinder die Frau seines Lebens.

Die menschliche Natur hat vor allem Angst, dass neu ist. Die Generation vor uns hatte wohl die schwierigste Anpassung durchzumachen. So viele neue Errungenschaften in der Technologie und ein Fortschritt, wie ihn die Menschheit noch nie erlebt hat. Da muss man auch ein wenig Geduld aufbringen, aber es ändert nichts am Ausgang der Geschichte. Die Aufmerksamkeit des Menschen und die Neugier trachtet nach Errungenschaften und Fortschritt. Nur das Medium dafür ändert sich.

Und falls diese Ausführungen alle nicht gefruchtet haben, here you go:

Die Verlagerung der Aufmerksamkeit Social Media

Die Verlagerung der Aufmerksamkeit