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«Broadcast yourself» – Die Revolution der Generation YouTube

Als YouTube von den drei ehemaligen PayPal-Mitarbeitern Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim gegründet worden ist, hat sich wohl keiner der drei wirklich vorgestellt, wohin das alles einmal führen wird. Heute ist die Video-Plattform der unbestrittene Branchengigant und bietet einer kompletten Generation neue Möglichkeiten – ja, sogar eine Revolution.

Der heutige Marktführer wird bereits ein Jahr nach Gründung, 2006, von Suchmaschinenbetreiber Google für umgerechnet 1,6 Milliarde Dollar gekauft. Zu diesem Zeitpunkt hatte YouTube bereits über 60 Mitarbeiter. Das Wachstum welches das Unternehmen danach erfuhr, konnte niemand vorhersehen. Heute nutzen jeden Monat über 1 Milliarde Menschen in 75 Ländern YouTube. Alleine im letzten Jahr wurde ein Umsatz von über 5.9 Milliarden Dollar erzielt und Analysten prophezeien einen steigenden Trend. Ein Trend der richtige Goldgräber-Stimmung in der Generation Young ausgelöst hat – wieso nicht eine Generation YouTube erschaffen?

Von Pixeln zu High-Quality

Zu Beginn waren die Videos verpixelt, verwackelt, schlecht gefilmt und naja, einfach nur schlecht. Aber genau das machte den Reiz für viele Menschen aus. Sie wollten sehen wie andere Menschen in ihren selbstgemachten Videos wirken. Mit den steigenden Nutzerzahlen werden jedoch auch Unternehmen und professionelle Produktionsfirmen auf YouTube aufmerksam und dort ist dann auch nichts mit „Hobby“. Der Druck auf die Kanalbetreiber stetig bessere und hochwertigere Inhalte zu produzieren steigt – denn man will doch geklickt werden.

Die Frage die vermehrt aufgetaucht ist: Braucht es den professionelle Videos, um erfolgreich zu werden? Jein! Da das Angebot in allen möglichen Bereichen, wie Gaming oder Comedy stetig wächst, und zwar in allen Sprachen, entscheiden sich neue User häufig für auffällige und gut produzierte Videos. Die „alten Hasen“ können von ihrem First-Mover-Advantage profitieren. Die Tendenz zeigt jedoch definitiv in eine Richtung – High Quality.

YouTuber werden zu kleinen Einzelunternehmen, die sich vermarkten und profilieren müssen. Das ruft auch eine komplett neue Art von Service auf das Parkett – Partnernetzwerke. Diese Unternehmen bieten YouTubern ihre Unterstützung an und arbeiten tatkräftig mit ihnen am Image und generieren Sponsoringverträge für ihre Schützlinge. Dafür kriegen sie Provisionen auf die Aufnahmen der Künstler. Diese Netzwerke gerieten jedoch in Kritik, weil namhafte YouTuber in Deutschland, wie Unge und LeFloid ihnen den Rücken zugedreht haben. Sie seien dort nicht richtig unterstützt und zu unmenschlichen Verträgen gedrängt worden – das Wort Profitgier fiel.

Um aufstrebende YouTuber trotzdem als Kollektiv zu unterstützen lancierte Google sogenannte „Creator Spaces“. Das sind wahre Komplexe in denen sich aufstrebende YouTuber austauschen können und eigene Produktionsstudios zur Verfügung gestellt bekommen. Dieses Jahr wurde im deutschsprachigen Raum das erste Center in Berlin eröffnet.

Die neuen Stars

YouTube ermöglicht es der Generation Young einer komplett neue Art von Stars zu frönen – YouTuber. Wer jetzt denkt, dass kann doch nicht sein, sollte sich bewusst sein, dass die Künstler mehrere Millionen Follower haben und dies einen gewaltigen Effekt haben kann, sei es aus Ökonomischer Sicht oder auch aus Sozialer Sicht. Wer heutzutage die Masse hinter sich Scharen kann und ihnen einen Mehrwert bietet, hat ein enormes Potenzial seine Leidenschaft zum gut bezahlten Job zu machen.

In Deutschland können bereits über 100 Künstler von ihrem Kanal leben. Darunter befindet sich auch Dagi Bee (oben), die ihre mittlerweile über 2 Millionen grosse Community mit ihrem Lifestyle-Vlog fesselt. Die YouTube-Profis verstehen sich auch Cross-Medial auf den verschiedenen Social-Media-Plattformen zu verkaufen und zählen zu Recht zur neuen Generation von Entrepreneuren. Geld wird nun nicht mehr nur durch die Einnahmen über YouTube verdient sondern es wird das eigene Merchandise angeboten und öffentliche Auftritte abgehalten.

«Broadcast yourself» – YouTube

Das Motto von YouTube ist Programm. In der heutigen Zeit ist es für jeden möglich sich der ganzen Welt zu präsentieren und sich seine Unabhängigkeit aufzubauen – ja, aufbauen. An diesem Punkt möchte ich mahnende Worte finden: Professioneller YouTuber zu sein, braucht viel Zeit, Ehrgeiz und den unerschütterlichen Willen es zu schaffen. Alle Stars auf YouTube sind keine „Über-Nacht-Erfolge“. Sie alle haben hart an sich und ihrer Karriere gearbeitet. Solltest du dich also entscheiden auf dem Medium der neuen Generation Platz zu nehmen, sei dir auch bewusst, dass du deine persönliche Revolution soeben gestartet hast.

Jetzt muss die alte Röhre vielleicht bald der neuen Röhre weichen. Ersetzt YouTube den Fernseher und revolutioniert eine komplette Generation? Meine Meinung: Sehr gut möglich. Trends bei unter 25-Jährigen weisen stark darauf hin und Technologie ist alles – nur nicht vorhersehbar.